Ihr Ordinationsspruch aus dem 1. Buch der Könige wurde zugleich zum Leitmotiv der Predigt von Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer.
Schüttorf (Kirchenkreis Emsland-Bentheim). „Schenke mir, Gott, ein hörendes Herz.“ Dieser Satz aus dem 1. Buch der Könige ist der Ordinationsspruch von Roswitha Stürmer. Bei ihrer Ordination am Sonntag, 13. September, in der Evangelisch-lutherischen Christophoruskirche in Schüttorf stellte Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer genau dieses Wort in den Mittelpunkt ihrer Predigt und gab es der neuen Pastorin als Leitmotiv für ihren pastoralen Dienst mit auf den Weg.
Schiermeyer griff die Geschichte des jungen Königs Salomo auf, der Gott um ein hörendes und verständiges Herz bittet. Für Roswitha Stürmer wurde daraus ein persönlicher Wunsch für ihren Weg ins Pfarramt. „Sie leihen sich die Wunsch-Worte des Königs und stellen sie über Ihren beruflichen Weg, der heute beginnt: ‚Schenke mir, Gott, ein hörendes Herz.“
Ein solches hörendes Herz, so Schiermeyer, gehöre bereits lange zu Stürmers Lebensweg. Kirche sei für sie seit ihrer Kindheit ein Zuhause gewesen. Über viele Jahre habe sie ihren Glauben und ihre Verbundenheit mit Kirche vor allem im Ehrenamt gelebt. Erst später sei aus diesem Engagement die Entscheidung für den pastoralen Beruf geworden. „Sie hörten auf einen Ruf, der Sie seit Ihrer Jugend in Ihnen tönte, der in Ihrem Ehrenamt eine vielfältige Antwort fand und nun aber noch mehr forderte: Eine berufliche Perspektive in der Kirche“, sagte die Regionalbischöfin.
Mit der Pfarrverwalterausbildung bereitete sich Stürmer auf den Pfarrberuf vor. In Sögel sammelte sie, begleitet von ihrem Mentor Pastor Matthias Voß und Elena Dannenberg, Erfahrungen in den unterschiedlichen Aufgabenfeldern des pastoralen Dienstes. Nun kehrt sie mit ihrer Probedienststelle in Schüttorf in ihr heimatliches kirchliches Umfeld zurück und übernimmt dort eigenverantwortlich pastorale Aufgaben.
Für ihren Dienst gab Schiermeyer ihr vor allem eines mit: aufmerksam zu bleiben. Stürmer werde zunächst wahrnehmen und fragen, was in der Gemeinde bereits da ist und was die Menschen von ihrer Kirche und von ihr als Pastorin brauchen. Ihr hörendes Herz könne sie dabei befähigen, Menschen als Wegbegleiterin zur Seite zu stehen – als eine, die zuhört, mitträumt und mitträgt. Gerade angesichts der Veränderungen, vor denen die Kirche steht, brauche es Menschen, die Gemeinschaft gestalten und zugleich offen für Neues bleiben.
Dabei werde insbesondere die Konfirmanden- und Jugendarbeit weiterhin einen wichtigen Platz in ihrem Dienst einnehmen. Zugleich gehe es darum, die unterschiedlichen Menschen und Bedürfnisse in der Gemeinde wahrzunehmen und gemeinsam nach Wegen für eine Kirche zu suchen, die nahe bei den Menschen ist.
Zum Abschluss ihrer Predigt ermutigte Schiermeyer die neue Pastorin, ihren Weg nun beherzt zu gehen: „Gehen Sie los in Ihr Amt, mutig, stark, beherzt.“ Mit dem Segen für ihren pastoralen Dienst endete die Ordination.
Text: Julia Fischer, Pressesprecherin