Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer erlebt eine offene und engagierte Gemeinschaft in der Lambertigemeinde.
Aurich. Die Visitation der Kirchengemeinde Lamberti Aurich durch Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer ist mit einem festlichen Gottesdienst in der Lambertikirche zu Ende gegangen. Eine Woche lang war die Regionalbischöfin in der Gemeinde unterwegs, führte Gespräche, besuchte Einrichtungen und lernte zahlreiche Menschen kennen, die das Gemeindeleben prägen.
Hintergrund der Visitation ist die regelmäßige Begleitung der Kirchengemeinden durch die Landeskirche. Da Superintendent Tido Janssen selbst zum Lamberti-Pfarramt gehört, übernahm Sabine Schiermeyer die Aufgabe der Visitation. Grundlage ihrer Gespräche und Eindrücke war unter anderem ein rund 70-seitiger Gemeindebericht, in dem Stärken, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Gemeinde beschrieben wurden.
Im Laufe der Woche nahm sich die Regionalbischöfin viel Zeit für Begegnungen mit Haupt- und Ehrenamtlichen. Auf dem Programm standen unter anderem Gespräche mit Mitarbeitenden, ein Rundgang durch den Lambertshof, Besuche auf dem Friedhof und in der Kindertagesstätte, Treffen mit Gruppen und Kreisen der Gemeinde sowie eine Fahrradtour durch die Dorfbezirke Extum, Haxtum und Rahe. Auch der Gemeindenachmittag zum Thema „Kirche der Zukunft“, der Abend der Ehrenamtlichen sowie Einblicke in die Kultur- und Musikarbeit der Gemeinde gehörten zur Visitation.
Im Abschlussgottesdienst schilderte Schiermeyer ihre persönlichen Eindrücke von der Woche in Aurich. Besonders bewegt zeigte sie sich von der offenen und herzlichen Atmosphäre der Gemeinde. Gleich zu Beginn der Visitation habe ihr das Ehepaar von Blumröder symbolisch einen Schlüssel für das Gemeindehaus überreicht. Dieser Schlüssel sei für sie zum Sinnbild der Gemeinde geworden: „Unsere Tür steht offen. Im Gemeindehaus. In der Kirche. Komm rein. Sei herzlich willkommen.“
Diese Offenheit und Gastfreundschaft habe sie während der gesamten Woche erlebt – bei Gesprächen, gemeinsamen Essen und in den vielen Begegnungen mit Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen. „Das Leben schmeckt hier“, sagte Schiermeyer und erinnerte dabei auch an den Abend der Ehrenamtlichen mit Suppe und Schokolade.
Beeindruckt zeigte sich die Regionalbischöfin zudem von der Aufbruchsstimmung innerhalb der Gemeinde. Beim Gemeindenachmittag zur „Kirche der Zukunft“ habe sie einen Satz besonders bewegt: „Sie geht ja schon los, diese Zukunft – und ich freu mich drauf.“ Dieser Gedanke passe zu einer Gemeinde, in der die Freude am Evangelium spürbar sei.
In ihrem Grußwort würdigte Schiermeyer die Vielfalt der Gemeindearbeit. Sie hob die evangelische Kita, die Friedhofsarbeit, die Kirchenmusik sowie Projekte zu Kunst und Kultur hervor. Aktionen und Ausstellungen wie „Suche der Stadt Bestes“ oder kreative Projekte im Kirchenraum würden Menschen auf einladende Weise mit Themen wie Liebe, Sinn, Leben und Tod in Berührung bringen.
Auch die zahlreichen Ehrenamtlichen und das Zusammenspiel der verschiedenen Gruppen beeindruckten die Regionalbischöfin. Lamberti sei eine Gemeinde mit „kostbaren Traditionen, begabten Menschen und immer noch vielen Ressourcen“. Gleichzeitig werde in Aurich bereits intensiv darüber nachgedacht, wie Kirche künftig Menschen erreichen könne – etwa Familien, neue Zielgruppen oder Menschen mit eigenen Ideen für Gemeinde und Glauben.
Mit Blick auf die Zukunft ermutigte Schiermeyer die Gemeinde, den eingeschlagenen Weg mutig weiterzugehen. Gerade jetzt sei eine gute Zeit, um neue Möglichkeiten auszuloten und Kirche weiterzuentwickeln. „Es gibt wenig zu verlieren und viel zu gewinnen“, sagte sie zum Abschluss ihrer Ansprache.
Zum Ende des Gottesdienstes bedankte sich die Regionalbischöfin für die Gastfreundschaft während der Visitationswoche. Mit einem Augenzwinkern verwies sie noch einmal auf den Schlüssel, den sie zu Beginn erhalten hatte: „Leider muss ich meinen Schlüssel nun wieder abgeben – es war schön bei Ihnen.“

Das Pfarrteam mit Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer - von links: Superintendent Tido Janssen, Diakon Torsten Hoffmann, Pastorin Taalke von Blumröder, Pastorin Cathrin Meenken, Sabine Schiermeyer, Kantor Maxim Polijakowski und geschäftsführende Pastor Steffen von Blumröder.