Generationen gestalten gemeinsam Pop-Passionsoratorium
Mehr als 400 Besucherinnen und Besucher erlebten am Sonntag in der Martin-Luther-Kirche eine eindrucksvolle Aufführung des Pop-Passionsoratoriums „Gott befreit uns“. Die rund zweistündige Inszenierung zog das Publikum von Beginn an in ihren Bann und sorgte für bewegte Reaktionen.
Das Besondere an dem Projekt: Es wurde aus der Gemeinde heraus für die Gemeinde entwickelt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene standen generationenübergreifend gemeinsam auf der Bühne und erzählten musikalisch wie szenisch die Geschichte der Passion Jesu – vom Einzug in Jerusalem über Verrat und Verurteilung bis hin zu Kreuzigung und Auferstehung. In dieser Form, mit Mitwirkenden aller Generationen, stellt die Aufführung ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt dar.
Kammerorchester, Kinderchor und Kantorei verschmolzen zu einem eindrucksvollen musikalischen Gesamtbild. Die abwechslungsreiche und fein durchdachte Komposition von Marc Waskowiak vereinte unterschiedliche musikalische Stile und zog die Zuhörenden schnell in ihren Bann. Einen besonderen Akzent setzten die Konfirmandinnen und Konfirmanden unter der Leitung von Bonna van Hove: Mit ihrem schauspielerischen Spiel führten sie durch die Handlung und verliehen der Aufführung einen lebendigen dramaturgischen Fluss.
Zu den besonders eindrucksvollen Momenten zählte die musikalische Darstellung des Sterbens Jesu: Ein ausdrucksstarkes Cellosolo eröffnete die Szene, entwickelte sich allmählich im Orchester weiter und mündete schließlich in den Gesang der Kantorei. Auch die Auferstehung wurde klanglich eindrucksvoll gestaltet: Das Wegrollen des Steins wurde durch ein atmosphärisches Zusammenspiel von Vibraphon und Marimbaphon musikalisch umgesetzt und ließ die Szene besonders lebendig werden.
Den Abschluss bildete eine große Fuge über den Choral „Christ ist erstanden“. Der Kinderchor ergänzte diese mit dem Lied „Jesus lebt, wir können es kaum fassen“, das sich schnell als eingängige Melodie im Ohr festsetzte. Beide musikalischen Ebenen wurden schließlich zusammengeführt und mündeten in ein kraftvolles Finale.
Insgesamt überzeugte die Aufführung durch das große Engagement und die spürbare Leidenschaft aller Mitwirkenden. Auch aus dem Publikum waren zahlreiche bewegte Stimmen zu hören: Die Inszenierung habe viele Herzen berührt und sei „tief ergreifend“ gewesen.
Text: Julia Fischer Bilder: Privat