Ein langer Weg wird zum Ziel: Insa Adams ist Pastorin

Pressemitteilung 14. April 2026

Feierliche Ordination in der Ludgerikirche in Norden

„Der Mensch plant seinen Weg, aber der Herr lenkt seine Schritte“ (Sprüche 16,9).

Norden – Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Ludgerikirche Norden wurde Insa Adams am 12. April 2026 offiziell zur Pastorin ordiniert. Für sie ging mit diesem Tag ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Die Ordination nahm Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer vor. Dabei stellte sie den Ordinationsspruch von Insa Adams in den Mittelpunkt der Predigt, der den Lebensweg der neuen Pastorin treffend beschrieb: „Der Mensch plant seinen Weg, aber der Herr lenkt seine Schritte“ (Sprüche 16,9).

Bereits in ihrer Jugendzeit, geprägt durch die Kirchengemeinde in Flachsmeer und eine engagierte Jugendarbeit, wuchs in Insa Adams der Wunsch, Pastorin zu werden. Besonders ihr damaliger Heimatpastor beeindruckte sie nachhaltig, da er sich intensiv um die Menschen kümmerte und stets mittendrin war. „Für die Menschen da sein, sich Zeit für sie nehmen, helfen und den Glauben weitergeben – nach dem Vorbild Jesu, der sich nicht hinter Mauern versteckte, sondern rausging zu den Menschen. Das will ich auch“, beschrieb sie ihre Motivation.

Zunächst führte ihr Weg jedoch in andere Berufe: Sie absolvierte eine Ausbildung zur Fahrzeuglackiererin und arbeitete später im Verkauf. Der Traum blieb – leise, aber beständig.

Erst Jahre später entschied sie sich, diesem inneren Ruf zu folgen. Der Weg zurück zu diesem Traum war alles andere als leicht. Sie holte die Hochschulreife nach und begann ein Theologiestudium, das sie über Wuppertal und Neuendettelsau schließlich in den kirchlichen Dienst führte. Ihr Vikariat absolvierte sie in Memmingen, bevor sie nun in ihre ostfriesische Heimat zurückkehrte. Seit dem 1. März 2026 ist sie als Pastorin auf Probe in der Ludgeri-Gemeinde tätig. Gerade in den Wendungen ihres Lebens stieß Insa Adams immer wieder auf Menschen und Möglichkeiten, die ihr den nächsten Schritt eröffneten.

In ihrer Predigt betonte Schiermeyer, dass menschliche Lebensplanung und göttliches Wirken keine Gegensätze seien. Vielmehr gehe beides zusammen: Menschen gestalten ihr Leben – und zugleich wirke Gott in ihrem Handeln und in den Begegnungen, die ihnen widerfahren.

Besondere Bedeutung maß sie dabei den Träumen bei. Wer träume, halte mehr für möglich, als gerade sichtbar sei, und bleibe offen für Gottes Wege. Diese Offenheit habe auch Insa Adams getragen und schließlich an ihren heutigen Platz geführt.

Nach 25 Jahren hat sich für Insa Adams ein Traum erfüllt. Zugleich beginnt nun ein neuer Weg, von dem sie weiß: Sie kann ihn gestalten – aber sie geht ihn nicht allein. Sie geht ihn mit Gottes Segen.

Für ihre künftige Arbeit bringt Insa Adams vielfältige Erfahrungen mit, die ihre Haltung geprägt haben. Sie schätzt insbesondere die Bandbreite ihres Berufs, die Begegnungen mit Menschen sowie die Möglichkeit, Kirche als offenen Ort zu gestalten. Ihre eigene Geschichte ist dabei ein Beispiel dafür, dass Wege nicht immer geradlinig verlaufen müssen – und dass gerade darin eine besondere Tiefe liegen kann.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Gäste zu einem Empfang eingeladen. Herma Heyken, Vorsitzende des Kirchenvorstands der Ludgeri-Kirchengemeinde und Prädikantin im Kirchenkreis Norden, hieß Insa Adams offiziell in der Gemeinde willkommen. Dabei überreichte sie ihr ein besonderes Geschenk „vom Dachboden“ der Kirche: einen „Ludgeri-Stuhl“, den Küster Jens Lerch lackiert und in liebevoller Feinarbeit mit dem Bild der Ludgerikirche verziert hat.

Der Stuhl steht symbolisch für Gastfreundschaft und Gemeinschaft – und soll die neue Pastorin daran erinnern, Menschen einen Platz zu geben und ihnen ein Gefühl von zuhause zu vermitteln. Ein weiteres persönliches Geschenk war die Aufzeichnung des Ordinationsgottesdienstes, die ihr als bleibende Erinnerung an diesen besonderen Tag dienen soll.

In anschließenden Grußworten würdigten Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter ihren bisherigen Lebensweg. So sprach unter anderem Ralf Matthes, Pfarrer in Memmingen und Hauptmentor im Vikariat. Auch Andreas Hannemann, Pastor in Sittensen, der sie bereits in Flachsmeer begleitete und konfirmierte, erinnerte an ihren gemeinsamen Weg und daran, wie früh sich ihr Interesse am Glauben gezeigt habe. Pfarrer Stefan Gäb, ein Studien- und Vikariatskollege aus Bayern und Pfarrer im Probedienst in Lendershausen, beschrieb in seinen Grußworten ebenfalls den gemeinsamen Weg: wie sie sich gegenseitig immer wieder motiviert und unterstützt hätten und daraus eine besondere Freundschaft entstanden sei. Gerade auf dem langen Weg des Theologiestudiums sei es wichtig, nicht allein unterwegs zu sein – sonst gehe einem irgendwann die Puste aus.

Ebenfalls begrüßte Pastor Burkhard Bahr von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Norden die neue Pastorin. Den Abschluss bildete ein herzliches Willkommen „in unsere Mitte“ durch Superintendent Christian Neumann aus dem Kirchenkreis Norden. Er überreichte Insa Adams eine Fliesenbibel als Willkommensgeschenk.

Hintergrundinformationen:
Die Kirchengemeinde Ludgeri ist eine von vier Kirchengemeinden in Norden und gehört zum Kirchkreis Norden. Die Ludgeri Kirchengemeinde hat aktuell 5.283 aktive Mitglieder.

https://www.norden-ludgeri.de/