Festliche Ordination in Esens

Nachricht Esens, 25. Februar 2026

Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer ordiniert Anaïs Berghem im Festgottesdienst zur Pastorin

„Trauen Sie sich zu, was Gott Ihnen längst zugetraut hat“ – Anaïs Berghem in St. Magnus-Kirche Esens ordiniert

Am Sonntag Invokavit – dem ersten Sonntag der Passionszeit vor Ostern – wurde Anaïs Berghem in der St. Magnus-Kirche Esens zur Pastorin ordiniert. Die Predigt hielt Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer, Sprengel Ostfriesland-Ems. In ihrer Ansprache erinnerte sie an den biblischen Schöpfungsmythos: Adam und Eva überschreiten die Grenzen des Paradieses und treten in die weite, manchmal auch herausfordernde Welt hinaus. „Hinter ihnen schließt sich die Tür: die Tür des Kindheitsparadieses. Vor ihnen öffnen sich die weiten Räume unserer großartigen und manchmal auch furchterregenden Welt.“, hieß es in der Rede – Worte, die zugleich die persönliche Glaubensreise von Frau Berghem widerspiegelten.

Zugleich machte die Regionalbischöfin deutlich, dass dieser Schritt kein Weg ins Ungewisse ohne Halt sei: Wer die Schwelle überschreitet und hinausgeht, weiß sich auch jenseits des Paradieses nicht ohne den Gott des Himmels und der Erde. Er ruft seine Menschen. Er begleitet sie. Er stellt ihre Füße auf weiten Raum. In diesem Vertrauen beginne auch der Dienst von Pastorin Berghem – getragen von Gottes Zusage und geleitet von seinem Ruf.

Die Ordinationspredigt würdigte Berghems persönlichen Werdegang. Von den ersten Begegnungen mit Gott im Religionsunterricht der Oberstufe führte ihr Weg über das Lehramtsstudium für Deutsch und Evangelische Religion in Osnabrück zum Theologiestudium in Münster. Dort begeisterten sie besonders Kirchengeschichte und das Alte Testament.

In der Evangelischen Studierendengemeinde fand sie jene Gemeinschaft wieder, die ihren Glauben weiter prägte – und erneut die bestärkende Erfahrung, sich ganz auf die Theologie einzulassen und ihren Weg im Vertrauen zu gehen. „Das gibt mir etwas: der Glaube, die Gemeinschaft.“ Bei Pastorin Wackerbarth fand sie damals nicht nur die Begleitung auf dem Weg zur Taufe, sondern auch die Ermutigung, sich intensiv mit den Fragen der Theologie auseinanderzusetzen. Nach dem Studium kehrte Berghem in ihre ostfriesische Heimat zurück und absolvierte ihr Vikariat in Carolinensiel. Hier lernte sie das Pfarramt in all seinen Facetten kennen.

In ihrer Predigt zeichnete Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer diesen Weg als eine Berufung nach, die nicht erst mit dem Vikariat begann: „Gott hat Sie gerufen, schon lange und dann immer deutlicher. Unter dem weiten Himmel Ostfrieslands und auch unter anderen Himmeln haben Sie gelernt, dass das Evangelium von einem gütigen Gott uns mit weiten Räumen beschenkt, in denen wir unsere Lebenshorizonte ausmessen können und sollen. Sie haben erfahren: Du, Gott, stellst meine Füße auf weiten Raum.“

Diese uralten Worte aus der Bibel, die Berghem über ihre Ordination und ihren Berufsweg stellt, seien Ausdruck ihrer eigenen Erfahrung von Weite und Halt – in Familie und Glauben zugleich – und zugleich Motto für ihren Traum von Kirche.

Sabine Schiermeyer hob besonders Anaïs Berghems Wunsch hervor, Räume zu schaffen, in denen Menschen den Halt und die Weite des Glaubens erfahren können: „Sie möchten die Räume schaffen, in denen Menschen der herzerweiternden Erfahrung nachspüren, welch geliebte und gehaltene Geschöpfe sie sind. Wie kann ich Kirche so mitgestalten, dass sie Segensraum für eine ganze Nachbarschaft wird?“

Die Predigt endete mit den Segensworten, die Berghem für ihren Dienst als Pastorin begleiten sollen: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum. Trauen Sie sich zu, was Gott Ihnen längst zugetraut hat. Sie werden gesegnet – und sollen und werden ein Segen sein.“

Nach dem Gottesdienst gab es Gelegenheit zu Grußworten: Anaïs Berghem wurde von den kirchlichen Mitarbeitenden als auch von der politischen Vertretung herzlich willkommen geheißen. Eva Hadem, Superintendentin des Kirchenkreises Harlingerland, sprach von einem doppelten Segen: „… kommt doch mit Ihnen, liebe Frau Berghem, in kürzester Zeit die zweite junge Kollegin in unseren Kirchenkreis hinzu.“ Karin Emken, Bürgermeisterin von Esens, sagte: „Wir freuen uns, dass Sie jetzt da sind, und dass wir Sie in unseren Kreis guter Zusammenarbeit zwischen Orts- und Kirchengemeinde aufnehmen dürfen.“

Die Kirchengemeinde St. Magnus gehört zum Kirchenkreis Harlingerland und ist ein Kirchenkreis des Sprengels Ostfriesland-Ems.

Bild/Quelle:
1) Ordination von Anaïs Berghem, Bildunterschrift: Pastorin Anaïs mit Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer und den Assistentinnen (v. lks.: Anna Bernau, Nantje Kahmann, Anais Berghem, Sabine Schiermeyer, Karola Wehmeier)
Quelle: Kirchenkreis Harlingerland

Hintergrund:

Die Ordination ist die feierliche Ernennung zum Pastor bzw. zur Pastorin. Mit der Einsegnung erhalten die Ordinierten das lebenslange Recht, öffentlich zu predigen, zu taufen und das Abendmahl einzusetzen. Das Vikariat ist der praktische Teil der Ausbildung zur Pastorin/zum Pastor.

Über den Sprengel:
Der Sprengel Ostfriesland-Ems ist einer von sechs Bezirken der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Der Sprengel Ostfriesland-Ems hat 153 Kirchen- und Kapellengemeinden mit rund 274.500 Mitgliedern und besteht aus den sechs Kirchenkreisen Aurich, Emden-Leer, Emsland-Bentheim, Harlingerland, Norden und Rhauderfehn.

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Text und Bild: Kirchenkreis Harlingerland