Ulf Thiele

Ulf Thiele

Verlagskaufmann, Mitglied des Nds. Landtages

Kirchenkreis Rhauderfehn

Warum haben Sie für die Landessynode kandidiert?

Dass der Bischofsrat und der Personalausschuss der Synode haben sich entschieden, auch eine Verbindung zu den demokratischen Fraktionen des Niedersächsischen Landtages zu suchen und drei aktive oder frühere Mitglieder des Landesparlaments in die Landessynode zu berufen, welche zugleich gläubige Christen und Mitglied der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover sind, halte ich für eine sinnvolle Überlegung. Die Wahl ist jetzt zum zweiten Mal auch auf mich gefallen, und das macht mich dankbar. Denn in meiner parlamentarischen Arbeit partizipiere ich auch von den Gesprächen, Erfahrungen und Beschlüssen in der Synode, und umgekehrt versuche ich, meine Erfahrungen und Verbindungen aus der Parlamentsarbeit zum Wohle unserer Kirche in die Gremienarbeit einzubringen.

Welche Themen sind Ihnen in der synodalen Arbeit besonders wichtig?

Die Finanzpolitik ist ja auch im Landesparlament mein Steckenpferd. Nicht nur, weil Zahlen eine ehrliche Sprache sprechen, sondern auch, weil viele inhaltliche Fragen letztlich auch über ihre Finanzierung bestimmt werden. Finanzpolitik ist immer auch Querschnittspolitik. Insbesondere, welche personellen und finanziellen Möglichkeiten unsere Ortskirchen zukünftig haben und wie stark sie sein werden, entscheidet sich auch über ihre Finanzierung. Und mir persönlich ist wichtig, dass unsere Kirche sich nicht räumlich wie inhaltlich von den Menschen vor Ort entfernt, sondern auch in Zukunft vor allem dort die frohe Botschaft verkünden kann.

Wie wünschen Sie sich die Kirche von morgen?

Nahbar, zugewandt, Gottes Wort im Mittelpunkt und die frohe Botschaft verkündend. Nicht belehrend, sondern für Jesus Christus begeisternd, das wünsche ich mir für meine Kirche. Viele Menschen sind auf der Suche nach Orientierung und Halt, in einer Welt, die zunehmend unsicher ist. Jesus Christus gibt diese Orientierung und Gott gibt den Menschen den Halt und die Hoffnung, die sie suchen. Und unsere Kirche muss vor allem Orte und Gelegenheiten schaffen, wo Menschen jeden Alters und jeder Herkunft sich dafür öffnen können. Orte, wo sie Gottes Wort hören und für sich annehmen können.

Zwischen den Zeilen liest man es sicherlich: Dass Vertreter auch meiner Kirche immer wieder dem Reiz nachgeben, sich im Namen der Kirche auch tagespolitisch einzulassen, halte ich für einen Fehler. Denn Politik, das weiß ich aus eigener Erfahrung, grenzt immer auch ab und aus. Unsere Kirche muss aber immer alle einladen. Zu unserem Dienst für Gott, zur Gefolgschaft Jesus Christus unserem Herrn und zur Teilhabe an seiner Gemeinschaft für alle, die an ihn glauben.

Gremien

Mitglied:

Finanzausschuss

 

Synodalgruppe Lebendig – Vielfältig – Kirche (LVK)